Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Brantner Oberflächentechnik

Leistungsspektrum & Dimensionen
Welche Beschichtungsverfahren werden angeboten?
Wir bieten ein umfassendes Spektrum an Oberflächentechniken an:
  • Nasschemische Vorbehandlung inkl. Trikation-Zinkphosphatierung für besseren Hohlraumschutz und Haftvermittlung
  • KTL-Beschichtung (Kathodische Tauchlackierung) - Dickschicht KTL mit einer Schichtdicke von 25-30 µm
  • Pulverbeschichten
  • Nasslackieren
Wie groß und schwer dürfen die Bauteile maximal sein?
Für den vollständigen Prozess (inkl. KTL und Pulver) gelten folgende Maximalmaße:
  • Abmessungen: 16.000 mm x 1.200 mm x 2.600 mm
  • Gewicht: max. 4.000 kg
Hinweis für reines Strahlen: Hier betragen die Maße max. 16 x 2,8 x 1,4 m Hinweis für Nasslackieren: Hier betragen die Maße max. 16 x 3 x 3 m
Normen & Zertifizierungen
Erfüllen Ihre Beschichtungen die Anforderungen für C5-M (Offshore)?
Ja. Unsere Duplex-Systeme (KTL + Pulverbeschichtung) sind speziell für höchste Korrosionsbelastungen ausgelegt. Sie erfüllen die strengen Vorgaben der ISO 12944 und ISO 20340 für die Kategorie C5-M (High). Dies macht sie ideal für den Einsatz in Küstenregionen, Offshore-Bereichen und aggressiven Industrieatmosphären.
Welche Salzsprühnebelprüfungen werden durchgeführt?
Wir prüfen nach DIN EN ISO 9227. Wenn gefordert, erreichen unsere kombinierten Systeme Beständigkeiten von über 1.440 Stunden im Salzsprühnebeltest (NSS), was eine überdurchschnittliche Lebensdauer Ihrer Bauteile garantiert. Eine regelmäßige Prüfung ist auf 1.000 h ausgelegt.
Material & Anlieferung
Welche Werkstoffe können beschichtet werden?
Im Standardprozess geeignet sind Stahl- und Stahlfeinkornbleche sowie Stahl- und Grauguss.
Worauf muss ich bei der Anlieferung der Teile achten?
Um eine hochwertige Qualität zu garantieren, müssen die Teile frei sein von:
  • Silikonen: Diese führen zu Kraterbildung in der Lackschicht.
  • Laserzunder: Schnitte sollten unter Inertgas (Stickstoff) erfolgen, um Abplatzungen zu vermeiden.
  • Markierungen: Keine Eddings oder Wachsstifte verwenden (scheinen durch). Nutzen Sie stattdessen Prägungen oder spezielle Etiketten.
  • Vorkorrosion: Stark verrostete Teile erfordern teure Sonderbehandlungen.
Konstruktion & Technik
Was muss bei der Konstruktion (Hohlräume/Bohrungen) beachtet werden?
Für die KTL-Beschichtung (kathodische Tauchlackierung) sind Ablauf- und Entlüftungsbohrungen zwingend erforderlich, damit Vorbehandlungschemie, Spülwasser und KTL-Lack vollständig ein- und auslaufen können:

    Faustregeln:
  • Mindestens 2 Bohrungen pro Hohlraum
  • eine Einlauf-/Entlüftungsbohrung oben
  • eine Ablaufbohrung unten
  • Bohrungsfläche gesamt ≥ 1 % der Hohlraum-Querschnittsfläche (sehr gängige KTL-Faustregel)
  • Lange Profile (> 500–700 mm): mehrere Bohrungen vorsehen
  • Bohrungen möglichst an tiefsten Punkten platzieren
  • Standard Empfehlungen:
  • Entlüftung & Ablauf: Bohrungen müssen mindestens einen Durchmesser von 8 mm haben, besser noch 10-12 mm Hinweis große oder lange Hohlprofile: Durchmesser von 15-20 mm oder mehrere Bohrungen erforderlich
  • Spaltmaße: Enge Spalten unter 2 mm (Kapillaren) sind zu vermeiden, da dort Korrosionsschutz mangelhaft bleibt.
  • Zugänglichkeit: Hohlräume müssen für Medien frei zugänglich sein, um „Luftblasen“ beim Tauchen zu verhindern.
  • Warum das so wichtig ist:
  • Zu kleine Bohrungen → Chemiereste, Lacknester, Ausblühungen
  • Gefahr von Korrosionsschäden von innen
  • Risiko der Teileablehnung beim Beschichter
  • Detaillierte technische Zeichnungen und weiterführende Informationen zur KTL-gerechten Gestaltung finden Sie in unserem Leitfaden:

    Leitfaden: KTL-gerecht konstruieren (PDF)
Können bestimmte Bereiche maskiert (geschützt) werden?
Ja, Maskierungen (z. B. für Gewinde) sind mittels Stopfen oder Abkleben möglich. Dies ist jedoch mit erheblichem Zusatzaufwand verbunden, und in den maskierten Bereichen besteht kein Korrosionsschutz.
Optik & Qualität
In welchen Farben kann beschichtet werden?
Die KTL-Beschichtung ist standardmäßig Schwarz (Epoxidharz-Basis). Für dekorative Zwecke bietet die Pulverbeschichtung eine nahezu unbegrenzte Farbenvielfalt und verschiedene Oberflächeneffekte.
Welchen Korrosionsschutz bietet das KTL-Verfahren?
Durch die Kombination aus Trikation-Zinkphosphatierung und KTL-Beschichtung wird ein optimaler Schichtaufbau erzielt, der auch in Hohlräumen einen sehr hohen Korrosionsschutz bietet. Die KTL dient zudem als ideale Basis für spätere Nasslack- oder Pulverschichten.